Dimitri de Perrot

MYOUSIC - Wo geht der Ton hin, wenn ich ihn nicht mehr höre?
Dimitri de Perrot mit Julian Sartorius

MYOUSIC ist eine szenische Skulptur für Theaterräume ohne Schauspieler auf der Bühne. Sie gibt dem Klang in seinem Zusammenspiel mit Raum, Licht und Bühnenbild die Hauptrolle. Das Klangmaterial besteht aus allem, was während einer Aufführung in einem Theatersaal zu finden ist: Momente der Kontemplation, Erinnerungen an vergangene Aufführungen, das Einatmen einer Darsteller:in vor einem Monolog, eine zu spät kommende Zuschauer:in oder die Stille des Publikums. Für MYOUSIC hat sich der Künstler ins Publikum gesetzt und sich gefragt: Wer macht hier eigentlich die Musik?

Ein wichtiges Thema in dieser Arbeit ist der menschliche Wunsch, sich in einen geschützten Raum zurückzuziehen, obwohl es immer eine aufdringliche Aussenwelt gibt - das ist die Manifestation des Lebens. Spielerisch, liebevoll, humoristisch und kritisch durchwühlt der Künstler das Verhältnis zwischen Performenden und Publikum; deren gegenseitige Erwartungen, Versprechen oder Enttäuschungen.

MYOUSIC spielt mit Konventionen und den alltäglichen Dingen des Lebens. Indem das Stück eine visuelle Erzähltradition aufgibt, öffnet es einen Raum für die Vorstellungskraft und ermöglicht einen kritischen Dialog über das Erleben des Bekannten und die etablierten Denk- und Reaktionsweisen.

PRESSESTIMMEN
« Plötzlich sieht man die Musik. Als wäre sie ein körperhaftes Wesen, das anstelle der Schauspieler die Bühne besetzt.»
– Sonntags Zeitung
« Eine magische Theaterstunde» BzBasel
« MYOUSIC beschwört den Puls des Augenblicks, der lebendigen Gegenwart. » - SRF Kultur Kompakt
« Dimitri de Perrots Klanginstallation öffnet die Poren der Wahrnehmung » Luzerner Zeitung
« Myousic - Eine sinnliche, berührende, kollektive Erfahrung » – ParisArt
« Reichhaltig, farbenfroh und atemberaubend – das ist MYOUSIC. » – DNA Alasace
« Spektakel im Ohr » SRF 2 Kultur / KONTEXT
« Wenn Klänge der Phantasie freien Lauf lassen » Neue Zürcher Zeitung - NZZ
« Surrealismus für die Ohren » Das Kulturmagazin 041
« Myousifique! » – Tages-Anzeiger
« Die raschelnden Füsse des Sitznachbarn, das Getuschel im Rücken und die abschweifenden Gedanken der Konzertbesucher setzen in der Installation ihre eigenen Noten. » – Luzerner Zeitung
« MYOUSIC im Le 104 Paris: Empfehlung der Woche! » – Les Inrocuptibles
« Der unermüdliche Klangkünstler überrascht uns immer wieder. » – Telerama
« Dimitri de Perrot lässt uns Theater als rein akustische Erfahrung denken, ohne Körper und ohne Bilder, indem er aus Geräuschen eine modellierbare Materie zieht und daraus eine für sich stehende Bühnenfigur kreiert.» Tribune de Genève
«Myousic ist ein reichhaltiges, farbenfrohes, knisterndes Spektakel, das sich keineswegs nur an Fans bizarrer Geräusche richtet. Das geschaffene Universum ist unglaublich ansprechend, weil es von uns spricht, dem Publikum.»
RTS -Vertigo
« Wer macht hier eigentlich die Musik? » – Bündner Tagblatt
« Diese Sound Performance erschafft eine beeindruckende Szenerie » – Die Rheinpfalz
« MYOUSIC – Ein grossartiges Gastspiel! » – Der Mannheimer Morgen
« Alles was bei Myousic passiert, hat man so noch nie gehört oder gesehen » – Telerama
« Dimitri de Perrot – das Schweizer Multitalent» – La Terrasse – Paris

CREDITS
Konzept, Regie, Bühnenbild, Musik:
 Dimitri de Perrot
Drums und Musik:
 Julian Sartorius
Dramaturgie: Sabine Geistlich
Sounddesign und Elektronik: Andy Neresheimer
Lichtdesign: Tina Bleuler
Entwicklung und Konstruktion Bühnenbild: Ingo Groher
Kostümdesign: Franziska Born
Oeil extérieur: Phil Hayes
Mit den Stimmen von: Lara Barsacq, Laslo de Perrot, Tarek Halaby, Laurence Mayor, Gaël Santisteva, Fred Ulysse.
Weitere Musik and Instrumente: Hyazintha Andrej (Cello), Jonas Ehrler (Conductor strings), Michael Flury (Trombone), Johanneschor Kriens (Choir conductor: Christov Rolla), Ephrem Lüchinger (Piano), Melina Murray (Violin), Maria Scheidegger (Violin).
Assistenz Sample Editing: Peter Bräker, Dong Liu, Martin Scheuter
Assistenz Bühnenbildbau: Jorge Bompadre, Sarah Büchel, Maxim Komarov, Wim Kolb, Nino de Perrot.
Soundregie: Felix Lämmli, Max Molling, Andy Neresheimer, Jay Schütz
Lichtregie: Karl Egli, Pablo Weber, Barbara Widmer
Bühne: Jorge Bompadre, Pablo Weber

Tourneemanagement & Diffusion: Studio DdP
Produktion: Zimmermann & de Perrot
Koproduktion: Maillon, Théâtre de Strasbourg / Scène européenne; Migros Kulturprozent; La Bâtie - Festival de Genève; Les Théâtres de la Ville de Luxembourg; Südpol Luzern; Theater Chur; Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

Mit der Unterstützung von: Burgergemeinde Bern; Cassinelli-Vogel Stiftung; Corymbo Stiftung; Ernst Göhner Stiftung; Kultur Stadt Bern; Landis und Gyr Stiftung; Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung. Die Tournée im Südpol Luzern wurde unterstützt von der Schweizerischen Interpretenstiftung

Dank an: Aroma, Schauspielhaus Zürich, Theater Neumarkt, Institute for Computer Music and Sound Technology ICST, Thierry Coduys, Olivier de Perrot, Jlien Dütschler, Willy Dütschler, Karen Smith, Peter Tillessen, Reeto Von Gunten

Dimitri de Perrot hat Myousic als Artist-in-Residence an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK kreiert

Endproben im Südpol Luzern, Premiere am 8. Juni 2016.

Fotos © Augustin Rebetez

ABOUT
Interview mit Dimitri de Perrot
Veröffentlicht im Programm des La Bâtie-Festival de Genève, September 2016

Was erzählt uns MYOUSIC?
Dimitri de Perrot: Das Stück MYOUSIC erzählt eine Geschichte von Gewohnheiten und Konventionen und spricht von unserer Wahrnehmung des gelebten Momentes – dieser dünne Faden zwischen Vergangenheit und Zukunft, in welchem sich unser Leben abspielt und welcher, denke ich, uns so oft abhanden kommt. MYOUSIC ist ein Stück ohne Schauspieler und sichtbare Inszenierung. Es erzählt sich allein über die Klänge und die vordergründig abwesenden Bilder, welche sich der Zuschauer selbst zu machen beginnt.

Was hat sie zu diesem Stück bewegt?
Was würde es bedeuten, wenn meine Neugier mich an Seiten von mir heranführen würde, die alles Bisherige in Frage stellen? Ich frage mich oft, ob ich überrascht werden möchte, ob ich bereit bin, etwas Neues zu entdecken, oder ob ich im Neuen nicht doch eher nach Bekanntem suche. Die wohl zentralste Frage, die mich während dieser Arbeit begleitet hat, ist: Wie weit lasse ich die Dinge an mich herankommen und wie viel bin ich bereit, von mir zu geben, um etwas Neues wirklich zu entdecken?

Das Publikum ist umzingelt von einer raumfüllenden Klanginstallation. Was hat Sie dazu inspiriert?
Die Kreation hat unterschiedliche Inspirationsquellen. Die wohl grösste sind meine Erinnerungen an unzählige Abende auf der Bühne, mit dem Publikum als mein Gegenüber, mit seinen Regungen, Reaktionen und geheimen Gedanken. Ich sah das Publikum immer als eine Art zeitgenössisches Ensemble, das genauso seine Rolle hat wie die Akteure auf der Bühne.

Dieses Stück bricht mit den üblichen Formen des Theaters und eröffnet neue Möglichkeiten der Wahrnehmung. Ist das Typisch für Ihre Arbeit?
Ich habe schon immer versucht, eine andere Sicht auf die Dinge des Alltags zu entwickeln und pflegen. Zum Beispiel, als ich aus dem Plattenspieler mein eigenes Instrument entwickelt habe oder mit den spartenübergreifenden Arbeiten von Zimmermann & de Perrot. MYOUSIC erzeugt wiederum einen Perspektivenwechsel, wenn der Klang vorübergehend den prominenten Platz des Bildes ersetzt. Wir leben in einer verwirrend vielschichtigen Zeit voller Veränderungen und Ungewissheiten und ich denke, es braucht eine gewisse Flexibilität des Denkens, um Veränderungen als Chance wahrzunehmen und darin konstruktive Ansätze für die Zukunft zu finden. Vielleicht hoffe ich, mit meiner Arbeit eine gewisse Sensibilisierung und Akzeptanz für das Unbekannte, das Ungewisse zu schaffen, um die Möglichkeit für etwas Neues zu ermöglichen.

Was ist Ihr Bezug zum Klang?
Klänge sind mein Material, mein Rohstoff. Aus ihnen baue ich Bilder, Kompositionen, ganze Welten. Mir gefällt die Idee, dass vergänglich Erklingendes es mir ermöglicht, Neues zu schaffen. Klänge leben nur kurz auf und ihr Nachhall ist oft ein innerlicher, denn mit jedem Klang werden Erinnerungen und Gefühle geweckt, die uns einnehmen und in tausend und einen Lebensmoment versetzen können.

Erzählen Sie uns über die Begegnung mit Julian Sartorius?
Julian ist für mich einer der faszinierendsten Musiker der Gegenwart. Er ist nicht nur ein fabelhaft vielseitiger Schlagzeuger, sondern auch ein unheimlich neugieriger, offener und grosszügiger Arbeitspartner. Vor einigen Jahren, als er noch mit Sophie Hunger auf Tour war, haben wir zusammen im Studio Aufnahmen gemacht. Diese Begegnung blieb mir als eine sehr schöne Erinnerung und als ich in MYOUSIC mit Rhythmus arbeite wollte, habe ich sofort an ihn gedacht.

Warum Rhythmus?
Rhythmus ist für mich Puls, Trieb und Zeit. Rhythmus ist eine Basis, auf der alles wachsen kann.

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SCHAUFENSTER #2 – with Domi Chansorn
Dietikon CH, 29. September – 2. Oktober 2022

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